Das ausführliche Gutachten

In der PDF-Datei mit dem ausführlichen Gutachten gibt es bereits eine Reihe von Erläuterungen, die die einzelnen Inhalte näher beschreiben. Nachfolgend finden Sie zusätzliche Informationen, die das Verstehen und Interpretieren des Gutachtens erleichtern.

Seite 1 – Informationen zu Test und Testperson

Hier finden Sie Informationen zur verwendeten Testkennung, wann der Test durchgeführt wurde, welche Testversion zum Einsatz gekommen ist und für welche Schulformen dieses Gutachten gültig ist. Bis zum 30.11. des Jahres wird der Test der vorherigen Klassenstufe verwendet.

Der Test wird anonym, also ohne den Name und die letzte Ziffer der Postleitzahl vom System gespeichert. Zum Ausdrucken und lokalen Abspeichern der PDF-Datei kann vor dem Abrufen ein Name eingegeben werden.

Hier sehen Sie, wie viele Einzelwörter, Wörter in Sätzen und Schreibwörter insgesamt geschrieben werden sollten. Darunter wird die Zeit angeben, die die Testperson zur Absolvierung des Tests benötigt hat. Die beiden letzten Zeilen geben an, wie viele Wörter vom System ausgewertet wurden bzw. nicht ausgewertet werden konnten. Beim Test gehen Wörter, die der Getestete aus irgendeinem Grund nicht geschrieben hat, nicht in die Wertung mit ein.


Seite 2 – Ergebnis Gesamtleistung und Rechtschreibstrategien

Abhängig vom Testzeitpunkt wird vom System der Test für Mitte oder Ende der jeweiligen Klassenstufe ausgewählt. Bis zum 30.11. des Jahres wird auf den Test der vorherigen Klassenstufe zurückgegriffen.

Unter „Richtig geschriebene Wörter“ wird angegeben, wie viele Wörter ausgewertet wurden und wie viele die Testperson davon richtig geschrieben hat.

Ein Graphem ist die kleinste Einheit des Schriftsystems, analog zu den Lauten in der Lautsprache, dargestellt durch Buchstaben. Man unterscheidet ein- und mehrgliedrige Grapheme (z. B. a - au - sch).

Unter „Graphemtreffer“ wird die Anzahl der ausgewerteten Grapheme und der erzielten Graphemtreffer angezeigt. Dabei werden auch Näherungen an die richtige Schreibung erfasst, auch wenn sie sich noch nicht in einer komplett richtigen Schreibung der Wörter zeigen. Außerdem wird jeweils das Verhältnis des erzielten Ergebnisses zur Gesamtzahl in Prozent angegeben sowie der Vergleichswert zur Klassenstufen als Prozentrang und  T-Wert. Eine Erläuterung der Begriffe „Prozentrang“ und „T-Wert“ finden Sie auf Seite 3.

In diesem Bereich werden die ausgewerteten überflüssigen orthographischen/morphematischen Elemente sowie der erreichte Prozentrang und T-Wert angegeben. Dabei handelt es sich z. B. um Längezeichen, doppelte Konsonanten  oder Pseudoableitungen, siehe auch im Glossar „Überflüssige orthografische/morphematische Elemente“.


Seite 3 u. 4 – Ergebnis Rechtschreibstrategien und Strategieprofil

Unter „Werte für Rechtschreibstrategien“  werden die ausgewerteten Grapheme sowie die Graphemtreffer in den einzelnen Rechtschreibstrategien aufgegliedert.

Das Strategieprofil zeigt auf einen Blick das Verhältnis der Rechtschreibstrategien zueinander.  Dabei symbolisieren die einzelnen Balken die unterschiedlichen Strategien.

Der grüne Balken (A) bildet den erreichten Prozentrang (PR) und T-Wert in der alphabetischen Strategie ab.

Der türkisfarbene Balken (O) zeigt die in der orthographischen Strategie erreichten Werte.

Der orangefarbene Balken (M) stellt den in der morphematische Strategie erreichten Prozentrang und T-Wert dar.

Ab Klassestufe 4 werden in Rosa Prozentrang und T-Wert der wortübergreifenden Strategie (WS) abgebildet.

zu 3) Alphabetische Strategie
Die auf diese Weise geschriebenen Wörter mögen zwar nicht immer orthographisch richtig sein, doch kann ihre Bedeutung meistens durch lautes Vorlesen erkannt werden.

Bewertet man die geschriebenen Grapheme nach der alphabetischen Strategie, so ergeben sich schon ab Ende Klasse 1 durchschnittliche Werte für die Schwierigkeit von über 90 Prozent und ab der Klassenstufe 3 liegen die mittleren Schwierigkeitswerte für die alphabetische Strategie über 98 Prozent. Das bedeutet, dass die alphabetische Strategie in höheren Klassenstufen nur noch im schwachen Leistungsbereich differenziert.

zu 4) Orthografische Strategie
Wortstellen, die nach der orthografischen Strategie bewertet werden, differenzieren in den Klassen 1 und 2 eher im oberen Leistungsbereich. Die mittleren Werte für die Schwierigkeiten liegen zunächst bei 30 Prozent (Mitte Klasse1) bis 64 Prozent (Ende Klasse 2). Ab Klasse 3 erreichen die mittleren Schwierigkeiten Werte von über 70 Prozent und steigen auf über 80 Prozent in Klasse 6.

zu 5) Morphematische Strategie
Die Werte für die Schwierigkeit liegen für die morphematische Strategie (ab Klasse 2 als eigene Skala ausgewiesen) im Mittel etwas höher als für die orthografische Strategie. Sie steigen von gut 60 Prozent In Klasse 2 auf über 80 Prozent ab Klasse 4.

zu 6) Wortübergreifende Strategie

In der Schriftsprache sind die Wörter häufig in einen Satzzusammenhang eingebettet. Viele Wortschreibungen hängen von der Stellung des Wortes im Satz ab. Somit können wortübergreifende Aspekte die Schreibung beeinflussen. Das betrifft

  • die Groß-/Kleinschreibung, z. B. abhängig von der Wortart (Spinnen spinnen ihr Netz.) oder abhängig von der Stellung im Satz (Spinnen sie ihr Netz?)
  • die Getrennt- und Zusammenschreibung (Ein Rad fahren wir in den Schuppen. Aber: Ich lerne Einradfahren. Ich möchte zusehen. Es war nichts zu sehen.)
  • die Zeichensetzung (Er will, sie nicht! Er will sie, nicht?)
  • die Satzkonstruktion und ihre Auswirkungen auf Flexionsendungen (... zum Schreiben ...) Die Beachtung der Satzkonstruktion ist auch beim Schreiben von Artikeln und anderen Beiwörtern (Präpositionen) im Wem-Fall (Dativ) besonders wichtig (z. B. dem, am, zum). Zur wortübergreifenden Strategie gehört auch das Setzen entsprechender Satz- und Redezeichen.

Seite 5 – Kompetenzstufen

Eine weitere Möglichkeit zur Beschreibung der erreichten Kompetenzen bilden Kompetenzstufen, bei denen die individuelle Rechtschreibleistung auf einer einheitlichen Kompetenzskala eingeordnet wird, die durch die Schwierigkeiten der zu schreibenden Wörter, Wortstellen und Satzzeichen bestimmt ist. Sie reicht von elementaren bis zu hoch entwickelten Leistungsniveaus und beschreibt die Kompetenz des einzelnen Lernenden unabhängig von der Jahrgangsstufe, Schulform oder sozialen Umgebung.

Für die Förderplanung bieten Kompetenzstufen entscheidende Vorteile. Die  Förderziele können an den inhaltlichen Anforderungen ausgerichtet werden, die vom Lernenden schon gemeistert bzw. noch nicht erreicht werden – vollkommen unabhängig von der Lerngruppe, in der sich der Lernende ansonsten befindet. Dies ist eine wichtige Voraussetzung für eine Individualisierung der Förderung. 


Seite 6 – Förderempfehlung

Die Förderempfehlung im grau hinterlegten Kasten basiert auf dem Vergleich des Ergebnisses der Testperson mit der Referenzgruppe sowie dem Verhältnis der einzelnen Rechtschreibstrategien zueinander.

Je nach Empfehlung sollte über eine entsprechende pädagogische Förderung in oder außerhalb der Schule nachgedacht werden.

Die Förderempfehlung erläutert die  Besonderheiten beim Rechtschreiberwerb der Testperson und gibt Hinweise dazu, welche Strategie vorrangig trainiert werden sollte. Im Fokus stehen dabei immer die Strategien, bei denen besonders schwache Ergebnisse erzielt wurde.


Seite 7 ff. – Anhang 1 – Testwörter und ausgewertete Schreibungen

Im Anhang 1 „Testwörter und ausgewertete Schreibungen“ werden die Schreibungen der einzelnen Wörter sowie die Zuordnung der Fehlerschwerpunkte angegeben. Auf Seite 7 und den Folgeseiten werden die Einzelwörter und ggfs. die Wörter aus den Lückentexten, untergliedert in Grapheme, aufgelistet.

Auf der linken Seite unter „Wortvorgabe“ ist jeweils das Testwort in der korrekten Schreibweise vorgegeben.

Auf der rechten Seite unter „Schreibung und Graphemstellen“ wird in der oberen Zeile die Schreibung der Testperson aufgeführt. In der Zeile darunter ist das Wort in seine Grapheme zerlegt dargestellt.

Wurden Grapheme fehlerhaft verschriftet, sind diese Fehlerstellen farbig gekennzeichnet. Eine Übersicht über die Bedeutung der Farben findet sich auf Seite 9 des Gutachtens.